KIungefiltert

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Farmeramania: ein Spiel für höchstens zehn Leute

Ein Farmspiel für Mac und Windows, bewusst als privates Experiment mit höchstens zehn Mitspielern. Mit eigener Saatzucht, einem Dorfplatz mit Ende-zu-Ende-Chat und Figuren, die auf Wunsch mit einer KI reden.

gebautSpieleRust

Farmeramania ist ein Spiel, das ich gebaut habe. Es läuft auf Mac und Windows und ist bewusst klein gehalten: ein privates, nicht kommerzielles Experiment mit höchstens zehn Teilnehmern. Als ich mit diesem Text angefangen habe, war es Version 0.1. Inzwischen ist es 0.3.1, und in den neun Tagen dazwischen ist mehr passiert, als ich gedacht hätte.

Warum so klein?

Weil ich nicht wissen will, wie es sich vor tausend Leuten schlägt, sondern wie es sich mit zehn anfühlt. Mit wenigen Mitspielern kann ich jedes Feedback lesen, jeden Fehler nachvollziehen und schnell nachbessern, ohne Support-Abteilung.

Wer mitspielen will, fragt einen persönlichen Zugangscode an. Solange Plätze frei sind, gibt es einen. Die Spielstände bleiben auf dem eigenen Rechner.

Was drinsteckt

  • Der Spielkern ist in Rust geschrieben und enthält alle Regeln. Er läuft ohne Grafik und hat eigene Tests, das Spiel selbst und der Server benutzen ihn unverändert.
  • Die Windows-Version baut eine automatische Pipeline, die Mac-Versionen baue ich selbst.
  • Die Webseite dazu läuft als kleiner Worker bei Cloudflare, mit Intro-Video und Download-Bereich.

Die Saatstube

Ab Level 50 gibt es die Saatstube. Dort kreuzt man Pflanzen, gibt neuen Sorten einen Namen, sammelt sie in einem Sortenbuch und zeigt sie in einer Sortenschau. Die Sorten verändern nur das Aussehen, nicht die Spielwerte. Das war eine bewusste Entscheidung: Wer nicht kreuzen will, hat keinen Nachteil.

Die Balance habe ich nicht nach Gefühl eingestellt, sondern simuliert. Von Level 50 bis 100 braucht man in der Simulation 26 Tage, gut ein Viertel der Erfahrungspunkte kommt dabei aus der Saatstube. Auf dem Weg dorthin musste ich Bäume abwerten: Sie brachten so viele Punkte, dass sich alles andere kaum lohnte.

Der Dorfplatz

Seit Version 0.3 spielt man nicht mehr nur für sich. Es gibt einen eigenen Spielserver und einen gemeinsamen Dorfplatz: einen Chat für alle Mitspieler, dazu Nachrichten, wenn jemand ein Level erreicht oder eine seltene Sorte gezüchtet hat. Die Nachrichten kann jeder für sich abschalten.

Den Chat habe ich ernster genommen, als man es bei zehn Leuten müsste. Er ist Ende-zu-Ende verschlüsselt mit MLS (Messaging Layer Security), einem offenen Standard für Gruppenchats. Der Server stellt die Nachrichten nur zu und kann sie nicht lesen. Dazu kommt Post-Quanten-Kryptografie, also Verfahren, die auch ein künftiger Quantencomputer nicht knacken soll: Schlüsselaustausch mit ML-KEM und X25519 kombiniert, Signaturen mit ML-DSA. Die Verbindung zum Server ist auf dieselbe Art geschützt und läuft über einen Cloudflare-Tunnel statt über offene Ports.

Ehrlich gesagt: Die verwendete Kombination ist noch ein Entwurf der IETF, kein fertiger Standard. Das steht auch so im Spiel. Getestet habe ich unter anderem, was passiert, wenn der Server lügt, also einen falschen Absender vortäuscht oder Nachrichten vertauscht. Dann zeigt das Spiel nichts davon an, sondern eine Warnung. Einen unabhängigen Blick auf den Einbau halte ich trotzdem für sinnvoll, bevor ich mich darauf verlasse.

Figuren, die reden

Auf dem Hof laufen Figuren herum, die arbeiten und mit denen man sprechen kann. Mit einem lokalen Sprachmodell antworten sie frei, ohne Modell kommen die Antworten aus Vorlagen. Seit 0.3.1 startet das Spiel ohne KI, man schaltet sie im Gespräch mit „Mit KI reden“ zu. Der Grund ist einfach: Die meisten Mitspieler haben kein Sprachmodell auf dem Rechner, und ein Spiel sollte nicht hängen, nur weil eine KI fehlt.

Das Radio

Nebenbei ist Farmaradio entstanden: ein Webradio als Web-Komponente, die man mit einer Zeile in jede Seite einbauen kann. Zuerst nur für das Spiel gedacht, ist es inzwischen ein eigenes kleines Projekt und läuft auch im Spiel in der Fußzeile.

Der nervigste Teil daran war nicht das Abspielen, sondern Browser-Sicherheitsregeln: Welche Seite darf Audio von welcher anderen Seite laden? Das hat mich einen Abend gekostet und ist jetzt mit zwei Zeilen erledigt.

Wie es weitergeht

Erst einmal gar nicht. Die Entwicklung ruht, bis sich ein paar Leute gefunden haben, die mitspielen. Ein Dorfplatz ohne Dorf ergibt wenig Sinn, und ich will nicht weiter an Dingen bauen, die noch niemand ausprobiert hat.

Die Pläne liegen trotzdem fertig in der Schublade. Als Nächstes käme die Dorfschau: eine wöchentliche Runde, in der alle ihre schönsten Sorten zeigen und die besten einen Preis bekommen. Danach soll derselbe Hof auf einem zweiten Rechner laufen, also morgens am Mac und abends unter Windows.

Offen ist die Frage, wo die KI der Figuren laufen soll, wenn mehr Leute sie nutzen. Beim Spieler selbst kostet sie nichts, braucht aber einen kräftigen Rechner. Auf meinem Server oder bei einem Anbieter würde der getippte Text das Gerät verlassen. Das will ich erst sauber geregelt haben, bevor ich es anbiete.

Was davon kommt und in welcher Reihenfolge, entscheiden die, die mitspielen. Wer dabei sein will, fragt auf farmeramania.de einen Zugangscode an.